Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erklärte heute, dass durch die geplanten Schutzvorschriften für Praktikanten rund 100.000 Praktikumsstellen gefährdet seien. Hintergrund ist eine, vom Verein durchgeführte, Umfrage zu den Regulierungsansätzen unter mehr als 1.100 Unternehmen. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, dass er durch eine gesetzliche Klarstellung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) künftig Missbrauch bei Praktika von Berufsanfängern verhindern will. Die Pläne sehen unter anderem vor, dass Praktikanten eine Vergütung einklagen können.
“Praktika sind eine wichtige Chance für den Berufseinstieg”, kommentierte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun die Ergebnisse. Solche Praxiserfahrungen seien während der Ausbildung oder direkt im Anschluss daran unverzichtbar. Die jetzt diskutierten Regelungen würden jährlich mindestens 100.000 Praktikantenstellen gefährden, warnte Braun. “Das kann weder im Interesse der Politik noch der Unternehmen liegen.” Am härtesten träfen solche Regeln der Umfrage zufolge ausgerechnet die, denen sie nützen sollen: Schüler, Studenten und Hochschulabsolventen, für die sie den Weg ins Berufsleben erschweren.
“Auch ich bin natürlich gegen einen Missbrauch von Praktikanten als unbezahlte Arbeitskräfte – im Interesse der Jugendlichen, aber auch eines fairen Wettbewerbs”, sagte der DIHK-Präsident. “Doch die geltenden Gesetze sind hier bereits völlig eindeutig und ausreichend. Sollte es Defizite bei Information und Anwendung dieser Regeln geben, muss Politik hier ansetzen – nicht aber mit neuen Gesetzen den jungen Menschen schaden.”
Die Ergebnisse der Erhebung “Gesetzliche Regelungen für Praktika – Die Sicht der Unternehmen” stehen auf der Website des DIHK zum Download bereit.
Quelle (Text und Bild):
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
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